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09.06.–15.06.

Isaac Kalambata, Bamucapi [Hexenfinder*innen], 2025, Installationsansicht, 13. Berlin Biennale, Ehemaliges Gerichtsgebäude Lehrter Straße, 2025. © Isaac Kalambata; Bild: Eberle & Eisfeld

Isaac Kalambata, *1983 in Lusaka, Sambia. Verbundenheit: Livingstone Office for Contemporary Art (LoCA).

© Maingala Muvundika

„Hexe“ ist ein überaus nützlicher Begriff. In Märchen und volkstümlichen Überlieferungen wird die Hexe oft als böse dargestellt, als Schurkin, die es wagt, nach ihren eigenen Regeln zu leben. Magie spielt dabei eine Rolle, aber in den meisten Fällen dient sie nur dazu, den Beschränkungen und Reglementierungen der Gesellschaft zu entkommen. Die Bezeichnung „Hexe“ wurde daher seit jeher auf Personen angewandt, die eine Bedrohung für die bestehenden politischen, religiösen oder sozioökonomischen Machtstruturen darstellten.

In jüngster Zeit hat die Wissenschaft dazu beigetragen, die Bezeichnung „Hexe“ im Kontext feministischer Wirtschaftsdiskurse zu rehabilitieren, indem sie die Stigmatisierung von Hexen als Teil der Aufrechterhaltung des Kapitalismus aufgezeigt hat. In zwei neuen Collagen untersucht Isaac Kalambata, inwiefern diese Mechanismen auch dem Kolonialismus gedient haben. Beide Arbeiten beziehen sich auf den Witchcraft Act von 1914, ein Gesetz, das ausdrücklich darauf abzielte, die koloniale, christliche Kirche zu stärken, indem es Spiritualität und Heilpraktiken im Gebiet des heutigen Sambia einschränkte. Die Verordnung reduzierte Hexerei auf den Versuch, „durch unnatürliche Mittel den Lauf der Natur zu kontrollieren“, mit Fokus auf den Einsatz von Zaubersprüchen und Glücksbringern.

Diese Symbolik lässt Kalambata in der Arbeit Bamucapi aufleben, in der Archivmaterial auf eine Reihe von Figuren trifft, darunter ein exkommunizierter Erzbischof, zwei Heiler und eine Seherin. Der Titel des Werks Mizyu, in dessen Mittelpunkt das Thema Heilung steht, geht auf die Ursprünge der traditionellen Medizin zurück. Kalambata zitiert ein Bemba-Sprichwort – „Ukwimba akati, Kusanka na Lesa“ [Um nach Medizin zu graben, mischt man sie mit Gott] – und untersucht, wie Eigentumsgesetze Sammler*innen Zugang zu Land verwehrten und damit zu den von ihnen gesuchten Nahrungsmitteln. Als Vorbild für eine nachhaltige Beziehung mit natürlichen Ressourcen schlägt der Künstler die Figur des Mwendanjangula vor, ein mythisches, mit der Natur verbundenes Waldwesen. 

Text: Kate Sutton

Isaac Kalambata, *1983 in Lusaka, Sambia. Verbundenheit: Livingstone Office for Contemporary Art (LoCA).

© Maingala Muvundika

Isaac Kalambata, Mizyu [Wurzeln / Heilmittelquelle], 2025, Detailansicht, 13. Berlin Biennale, Ehemaliges Gerichtsgebäude Lehrter Straße, 2025. Courtesy Isaac Kalambata; Bild: Eberle & Eisfeld