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09.06.–15.06.

Ausstellungsansicht, 13. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, 2025; Bild: Eberle & Eisfeld. Vorne: Anawana Haloba, Looking for Mukamusaba – An Experimental Opera [Auf der Suche nach Mukamusaba – Eine experimentelle Oper], 2024/25. © Anawana Haloba; Sammlung Hartwig Art Foundation; Hinten (von links nach rechts): Iris Yingzen, Garden of Hope [Garten der Hoffnung], 2025. © Iris Yingzen; Han Bing & Kashmiri Cabbage Walker, Walking the Cabbage in Berlin [Den Kohl in Berlin ausführen]. © Han Bing & Kashmiri Cabbage Walker

Eine Person mit Brille schaut gerade in die Kamera und lächelt. Ein grün-gelber Filter liegt über dem Foto.

Anawana Haloba, *1978 in Livingstone, Sambia. Orte der Zugehörigkeit: Oslo, Livingstone. Verbundenheit: Livingstone Office for Contemporary Art (LoCA).

© Courtesy Anawana Haloba

Anawana Halobas experimentelle Oper ist Teil einer laufenden Klangforschung zu mündlichen Traditionen des südlichen Afrikas. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Stimme als primäres Instrument des Erzählens – von Tragödien, Dramen und der Feier des Lebens – und wie diese Formen der Oralität unser Verständnis von Oper über die westliche Tradition hinaus erweitern können. Haloba verwendet die Treiber herkömmlicher Lautsprecher und stellt acht skulpturale Formen her, die als Resonanzkörper fungieren. Einige dieser Skulpturen zitieren Formen von traditionellen Hochzeits- oder Initiationszeremonien, andere hat die Künstlerin speziell für unsere Zeit entworfen.

In dieser opernhaften Skulptur tauchen sowohl legendäre als auch historische Persönlichkeiten auf: Mukamusaba, Alice Lenshina und Lucy Sichone, die Haloba als ihre „weiblichen Fanons“ bezeichnet. Mukamusaba, was in der siLozi-Sprache soviel bedeutet wie „Du sollst sie fürchten“ oder „diejenige, die Größe verkörpert“, ist die zentrale Figur. Lenshina war eine selbsternannte Prophetin und Gründerin der Lumpa-Kirche, die sich gegen koloniale Ungerechtigkeit stellte und politische Aktivitäten förderte, was zu Konflikten mit der sambischen Regierung unter Präsident Kenneth Kaunda führte. Sichone war eine sambische Bürgerrechtlerin und Pädagogin, Gründerin der Zambia Civic Education Association und Mitglied der United National Independence Party.

Haloba birgt ihre Leben aus Erinnerungen, die in Liedern und mündlicher Überlieferung weitergetragen wurden, und nutzt Maskerade und Oper als mythische Räume, um ihre Geschichten neu zu erfinden und zugänglich zu machen. Räumlich als Schwelle inszeniert, verleiht Haloba den Geistern gegenwärtiger Kämpfe eine Stimme, um eine neue Vorstellung von Gemeinschaft und Solidarität zu entwerfen und, wie sie schreibt, die kollektive Wut „in ein lautes Lied des Widerstands“ zu verwandeln. Diese Stimmen rufen und antworten einander, um Geschichten von Trauer und Tragödie zu erzählen.

Text: Valentina Viviani

Eine Person mit Brille schaut gerade in die Kamera und lächelt. Ein grün-gelber Filter liegt über dem Foto.

Anawana Haloba, *1978 in Livingstone, Sambia. Orte der Zugehörigkeit: Oslo, Livingstone. Verbundenheit: Livingstone Office for Contemporary Art (LoCA).

© Courtesy Anawana Haloba

Anawana Haloba, Looking for Mukamusaba – An Experimental Opera [Auf der Suche nach Mukamusaba – Eine experimentelle Oper], 2024/25, Installationsansicht, 13. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, 2025. © Anawana Haloba; Sammlung Hartwig Art Foundation; Bild: Eike Walkenhorst

Anawana Haloba, Looking for Mukamusaba – An Experimental Opera [Auf der Suche nach Mukamusaba – Eine experimentelle Oper], 2024/25, Installationsansicht, 13. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, 2025. © Anawana Haloba; Sammlung Hartwig Art Foundation; Bild: Eike Walkenhorst